Bei der Auswahl der Gerichte im Restaurant zeichnet sich ein Wandel ab: „Gesundes Essen“ ist zwar für viele Gäste noch kein entscheidendes Kriterium, aber neben dem klassischen Wunsch nach „leichten“ Gerichten, gewinnen ausgewogene Ernährung, Protein und bewusste Portionsgrößen an Relevanz. Die Ergebnisse des diesjährigen „State of Hospitality Report“ im Auftrag von Lightspeed deuten damit auf einen frühen Trend hin, der für Gastronomiebetriebe mittelfristig an Bedeutung gewinnen könnte.
Mehr als ein Viertel der Befragten zeigt beim Restaurantbesuch ein differenziertes Ernährungsbewusstsein: 29 Prozent achten dabei auf eine ausgewogene Ernährung, 22 Prozent bevorzugen leichte Gerichte und 18 Prozent achten auf wenig Zucker. Interessant ist für Gastronomen vor allem, welche Kriterien darüber hinaus an Bedeutung gewinnen. 14 Prozent der Befragten bestellen Gerichte mit einem hohen Proteingehalt und 15 Prozent interessieren sich für die Kalorienangaben. Noch deutlicher wird der Trend bei der Frage nach den individuellen Ernährungsgewohnheiten: 22 Prozent der Befragten sagen, dass sich ihre persönliche Definition von gesundem Essen in den vergangenen zwei Jahren verändert hat.
Ernährungswandel: von „light“ zu funktional
Die Zahlen sprechen weniger für einen abrupten Wandel als für eine Verschiebung der Erwartungen. Gesundes Essen wird zunehmend nicht mehr ausschließlich mit Verzicht, kalorienarmen oder besonders leichten Speisen verbunden, sondern stattdessen mit einem stimmigen Verhältnis verschiedener Ernährungselemente. Aspekte wie Ausgewogenheit, Proteinversorgung und bewusste Portionsgrößen gewinnen an Bedeutung.
Das zeigt sich insbesondere beim Protein-Fokus: 13 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen auch bei kleineren Portionen eine ausreichende Proteinmenge wichtig ist. elf Prozent suchen bereits aktiv nach High-Protein-Optionen.
Die Werte sind noch nicht mehrheitsfähig – für die Gastronomie sind sie dennoch relevant. Sie zeigen, dass Protein aus der Fitness- und Convenience-Kommunikation zunehmend in den Restaurantkontext wandert. Dabei geht es nicht zwingend um Sporternährung, sondern um Sättigung, Energie und den Wunsch, eine Mahlzeit als funktional und zugleich genussvoll zu erleben.
Auch Darmgesundheit und Verdauung tauchen als frühe Signale auf: elf Prozent interessieren sich zunehmend dafür, welche Auswirkungen Lebensmittel auf Verdauung und Darmgesundheit haben. Probiotische oder darmfreundliche Zutaten sind für sechs Prozent ein Auswahlkriterium.
Ein neues Wirkungsfeld für die Gastronomie
Gäste unterscheiden künftig möglicherweise stärker danach, welche Nährwerte ein Gericht bietet und nicht nur danach, wie viele Kalorien es enthält. Damit werden auch Fragen der Speisekartengestaltung und Produktkommunikation relevanter.
Der Trend bedeutet nicht, dass Restaurants ihre Speisekarten grundsätzlich umstellen müssen. Vielmehr können zusätzliche Optionen und eine transparente Kommunikation helfen, unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb einer Gästestruktur abzubilden. Dazu gehören beispielsweise proteinreiche Gerichte, ausgewogene Bowls oder kleinere Portionen sowie eine transparente Kennzeichnung relevanter Nährwerte. Konkrete Informationen zu Protein, Zutaten, Portionsgröße oder Kalorien ermöglichen den Gästen die bewusstere Auswahl.
Healthy Dining ist damit noch kein Mainstream – aber ein relevanter Frühindikator für die Gastronomie. Sinahn Fabian Sehk, Country Manager DACH Hospitality von Lightspeed, ordnet ein: „Unsere Umfragedaten zeigen, dass sich die Erwartungen der Gäste an Gastronomieangebote weiter ausdifferenzieren. Für Gastronomen bedeutet das, sie sollten solche Veränderungen im Konsumverhalten frühzeitig erkennen und bei der Gestaltung ihrer Speisekarte berücksichtigen. Genau hier setzen wir bei Lightspeed an: Wir wollen Gastronomiebetrieben nicht nur Technologie für den täglichen Betrieb zur Verfügung stellen, sondern sie dabei unterstützen, ihre Gäste und deren Verhalten besser zu verstehen. Der Trend zu mehr Protein, ausgewogener Ernährung und bewussteren Portionen ist dabei ein gutes Beispiel dafür, wie sich aus Gästedaten konkrete Impulse für das gastronomische Angebot ableiten lassen.“
Die aktuellen Daten zeigen: Das Verständnis davon, was ein „gutes“ Essen ausmacht, wird differenzierter. Für Restaurants kann es sich lohnen, diese Entwicklung frühzeitig zu beobachten und ihr Angebot entsprechend flexibel aufzustellen.
