Besonders heiße Tage sowie allen voran die Hitzewelle Ende Juni hat das Konsumverhalten in Deutschland spürbar verändert. Konsumenten kauften zwar häufiger ein, gaben jedoch weniger Geld pro Einkauf aus. Das zeigt eine Vergleichsanalyse* des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp.
Während der besonders heißen Juniwoche stieg die Zahl der Transaktionen pro Händler bundesweit um mehr als ein Viertel (26,9 Prozent). Gleichzeitig gaben die Konsumenten pro Einkauf deutlich weniger aus. Dadurch blieben die durchschnittlichen Einnahmen pro Händler stabil (+2,2 Prozent). Der durchschnittliche Warenkorb sank auf 21 Euro. Im Vergleichszeitraum 2025 lag dieser noch bei durchschnittlich 26 Euro.
Gastronomie profitiert, Einzelhandel und Beautybranche stabil
Mit Blick auf die Branchen wird deutlich: Vor allem in der Gastronomie zeigen sich die Auswirkungen der Hitzewelle im Juni. Bundesweit verzeichneten Cafés und Restaurants einen deutlichen Anstieg der Transaktionen. Die Zahl der durchschnittlichen Transaktionen legte im Vergleich zum Vorjahr um 23,1 Prozent zu. Zudem waren kleinere Ausgaben gefragter. Der durchschnittliche Warenkorb sank auf 16 Euro; 2025 lag er durchschnittlich noch bei 19 Euro.
Regional fiel der Anstieg in der Gastronomie teilweise noch deutlicher aus. Im Saarland verzeichnete die Gastronomie ein Plus von 52,6 Prozent bei den Transaktionen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Warenkorb um 31 Prozent von 19 Euro auf 13 Euro.
Auch der Einzelhandel und die Beauty-Branche profitieren von einem höheren Kundenaufkommen, was sich jedoch nicht in entsprechend höheren Einnahmen widerspiegelt. Im Einzelhandel stieg die Zahl der Transaktionen um 17,6 Prozent, während die Einnahmen um 1,8 Prozent zurückgingen. In der Beauty-Branche legten die Transaktionen um 13,5 Prozent zu, die Einnahmen sanken hingegen ebenfalls leicht um 2,8 Prozent.
Norddeutschland führend
Die regionale Auswertung zeigt, dass sich vor allem für die Gewerbetreibenden im Norden die heißen Tage ausgezahlt haben. Dort profitierte die lokale Wirtschaft am stärksten im Vergleich zum Vorjahr: Mecklenburg-Vorpommern (+11,3 %) und Schleswig-Holstein (+10,4 %) führen das Top-5 Ranking der durchschnittlichen Einnahmen im Bundesvergleich an.
Top-5 Bundesländerranking mit dem stärksten Einnahmeplus während der Hitzewelle (Basis: Einnahmenwachstum pro Händler gegenüber dem Vorjahr in Prozent)
1. Mecklenburg-Vorpommern, 11,3 Prozent
2. Schleswig-Holstein, 10,4 Prozent
3. Brandenburg, 9,9 Prozent
4. Berlin, 7,6 Prozent
5. Sachsen-Anhalt, 7,1 Prozent
Beauty-Branche boomt in Hamburg
Eine besondere Entwicklung zeigt sich in Hamburg: Während die Hitzewelle in vielen Bundesländern vor allem die Gastronomie belebte, verzeichnete in Hamburg insbesondere die Beauty-Branche einen starken Anstieg. Die Einnahmen erhöhten sich um 19,9 Prozent. Allerdings fiel auch hier der durchschnittliche Warenkorb deutlich kleiner aus: Gegenüber 2025 sank er um 37,6 Prozent.
*Methodik
Für die Analyse wurden anonymisierte, über SumUp abgewickelte Transaktionen im Zeitraum vom 23. bis 29. Juni 2026 mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verglichen. Im Fokus standen die Branchen Gastronomie, Beauty (Friseure/Barber, Kosmetikstudios sowie Wellness-, Fitness- und Spa-Betriebe) und Handel.
