Branchennews | 27.05.2026

Volle Tische mit wenig Aufwand

Natalie Seifert ist Head of Marketing bei orderbird / Foto: orderbird

Die Entscheidung, wo Gäste essen gehen, fällt heute oft lange vor dem Restaurantbesuch. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie prüfen 74 Prozent der Gäste ein Lokal auf Instagram, bevor sie reservieren. Gleichzeitig steigern Gastronomen mit einer durchdachten Social-Media-Strategie ihren Umsatz um fast zehn Prozent. Doch wie gelingt das ohne großen Aufwand oder teure Agenturen? Die Antwort liegt in drei einfachen Prinzipien: Authentizität, Einfachheit und klare Handlungsaufforderungen. Wie das funktioniert, erklärt Natalie Seifert, Head of Marketing bei orderbird.

Social Media als Verkaufskanal – nicht als WerbeflächeSocial Media als Verkaufskanal – nicht als Werbefläche

Viele Gastronomen nutzen Social Media noch immer wie ein digitales Schaufenster: Sie zeigen, was sie anbieten – und hoffen, dass Gäste kommen. Doch die erfolgreichsten Betriebe verstehen Social Media als aktiven Verkaufskanal, der Vertrauen schafft, Atmosphäre vermittelt und die Menschen hinter dem Konzept sichtbar macht. Der Unterschied? Statt nur zu präsentieren, was auf der Karte steht, laden sie ein, es zu erleben – und machen den Weg zur Reservierung so einfach wie möglich.

Das funktioniert am besten, wenn Gäste nicht nur informiert, sondern emotional abgeholt werden. Besonders wirksam sind bewegte Inhalte: Kurze Videos auf TikTok oder Instagram Reels erzielen oft mehr Reichweite als statische Fotos, da die Algorithmen sie bevorzugt ausspielen. Gäste interessieren sich nicht nur für das fertige Gericht, sondern für die Geschichte dahinter: den Koch, der die Sauce zubereitet, das Team, das den Service perfekt organisiert, oder die Atmosphäre, die das Lokal einzigartig macht. So wird aus einem einfachen Post ein Erlebnis, das Gäste neugierig macht – und schließlich zum Reservieren bewegt.

Drei Prinzipien für mehr Reservierungen

1. Authentizität: Echt statt perfekt

Authentizität bedeutet, dass Gäste das echte Leben hinter dem Restaurant oder Café sehen. Das muss nicht perfekt sein – im Gegenteil: Ein Handyvideo aus der Küche oder ein Foto vom Team, das die neue Sommerkarte plant, wirkt oft echter und anziehender als hochglanzpolierte Werbung. Ein gutes Beispiel ist das Restaurant A Never Ending Love Story: Mit über 26.000 Followern und regelmäßig zwischen 70 und 400 Likes pro Beitrag auf Instagram zeigt das Frühstücks- und Brunch-Restaurant, wie eine konsistente, aber unaufdringliche Social-Media-Präsenz auch ohne aufwendige Inszenierung funktionieren kann. Besonders erfolgreich sind dabei authentische Inhalte wie Behind-the-Scenes-Einblicke in Küche und Service, persönliche Geschichten von Inhabern oder Mitarbeitenden, kleine Kochvideos zu saisonalen Specials sowie Story-Formate mit Tagesempfehlungen oder limitierten Angeboten. Auch Einblicke in das Ambiente – etwa besondere Design-Elemente, die Bar oder die Terrasse – tragen dazu bei, Gästen ein authentisches Gefühl für das Konzept des Restaurants zu vermitteln.

2. Strategische Einfachheit: Konsistenz statt Perfektion

Einfachheit heißt nicht, stundenlang an Content zu arbeiten. Schon zwei bis drei Posts pro Woche – etwa ein Gericht des Tages, ein Einblick in den Alltag oder eine Gästestimme – reichen aus, um präsent zu bleiben. Wichtiger als die Menge ist die Konsistenz: Gäste sollen wissen, dass sie regelmäßig neue Inhalte finden.

Praktische Tipps für den Alltag:

- Mitarbeiter einbinden: Social-media-affine Teammitglieder (zum Beispiel aus dem Service oder der Küche) können helfen, Inhalte zu erstellen – etwa Fotos von Gerichten oder kurze Videos aus dem Alltag

- KI-Tools nutzen: Tools können beim Formulieren von Captions, beim Erstellen von Hashtags oder bei der Analyse helfen, welche Beiträge besonders gut ankommen

- Verantwortung klar regeln: Die Verantwortung sollte bei möglichst einer Person liegen, um eine konsistente Bildsprache und einen einheitlichen Ton zu gewährleisten

- Datenschutz beachten: Gäste nicht ohne Einwilligung filmen oder fotografieren

3. Direkte Handlungsaufforderungen: Vom Like zur Reservierung

Direkte Handlungsaufforderungen sind der Schlüssel, um aus Interessenten Gäste zu machen. Jeder Post sollte eine klare Einladung enthalten: „Jetzt reservieren“, „Heute probieren!“ oder „Nur noch fünf Plätze verfügbar!“. Gastronomen sollten dabei Tools nutzen, die zur Verfügung stehen – etwa Reservierungslinks in der Bio oder „Jetzt buchen“-Sticker in Instagram-Stories.

Zusätzlich wichtig:

- Dringlichkeit schaffen: Natürlich ist es nicht sinnvoll Druck und Panik andauern auszuüben wie in offensiven Werbekampagnen, aber limitierte Angebote oder Specials mit klaren Zeitfenstern („Nur diese Woche“, „Nur 10 Plätze“) zeigen Beliebtheit und motivieren Gäste, schneller zu handeln

- Gästen Reservierungen so leicht wie möglich machen: Ein direkter Reservierungslink in der Bio, ein „Jetzt reservieren“-Button in den Stories oder ein integriertes Buchungstool, bei dem Online-Reservierungen direkt im System landen, reduziert die Hürden für eine Buchung

Erfolgreiche Beispiele: So machen es andere

A never ever ending love story in Berlin zeigt, wie emotionale Storytelling-Elemente – etwa die Geschichte hinter den Gerichten oder die Verbindung der Inhaber zum Ort – eine treue Community aufbauen. Die 3 Schwestern im historischen Bethanien-Gebäude in Kreuzberg nutzen die Einzigartigkeit ihres Standorts (eines der ältesten Gebäude Kreuzbergs aus dem Jahr 1846) als zentrales Element ihrer Social-Media-Strategie. Durch Einblicke in die Geschichte des Gebäudes und die Verbindung zur lokalen Kultur schaffen sie eine besondere Atmosphäre, die Gäste neugierig macht. Das Gotcha Matcha in Hamburg setzt auf Kooperationen mit Influencer – etwa den Launch eines limitierten Matchas mit der Influencerin kikidoyouloveme, ergänzt durch ein kleines Goodie zu jedem Getränk. So entstehen nicht nur virale Momente, sondern auch ein direkter Anreiz für Gäste, den Betrieb zu besuchen.

Aktuelle Herausforderungen: Warum eine breite digitale Präsenz wichtig ist

Seit Ende April 2026 zeigt Google Maps an, wie viele Bewertungen aufgrund von Beschwerden gelöscht wurden – ohne zu unterscheiden, aus welchen Gründen. So kann schnell ein falscher Eindruck entstehen. Wer sich ausschließlich auf Google-Bewertungen verlässt, macht sich zunehmend abhängig von einer einzelnen Plattform. Umso wichtiger wird es, Bewertungen und Community-Feedback auf mehreren Kanälen zu streuen – etwa auf Instagram, Facebook oder der eigenen Website.

Gäste als Multiplikatoren gewinnen

Gäste selbst können zu wertvollen Multiplikatoren werden, indem sie ihre Erfahrungen teilen. Das funktioniert besonders gut, wenn Essen, Drinks oder Ambiente visuell ansprechend sind. Ein kleiner Anreiz kann helfen – etwa ein kostenloses Dessert für Gäste, die das Restaurant markieren, oder ein exklusives Getränk für Gäste, die ihre Erfahrungen online teilen.

Unterstützende Technologie

Social Media soll keine zusätzliche Belastung sein, sondern helfen, effizienter zu arbeiten. Mit modernen Kassensystemen können Gäste direkt über Instagram oder Facebook reservieren – und die Buchung landet automatisch in Ihrem System. Zeit wird so gespart und Doppelarbeit vermieden. Gleichzeitig können Gastronom*innen sehen, welche Gerichte am meisten geteilt werden und ihre Strategie entsprechend anpassen.

Fazit: Einfach anfangen – und dranbleiben

Betreibende müssen keine Social-Media-Expertem sein, um volle Tische zu bekommen. Es reicht, regelmäßig zu posten, authentisch zu bleiben und Gästen klare Handlungsaufforderungen zu geben. Was macht das Restaurant oder Café einzigartig? Direkte Handlungsaufforderungen zeigen Beliebtheit, Exklusivität und schaffen Dringlichkeit. Besonders hilfreich ist es, Gästen den Weg zur Reservierung so einfach wie möglich zu machen – etwa durch direkte Links oder integrierte Buchungstools.

Das Ergebnis? Mehr Sichtbarkeit, mehr Reservierungen – und am Ende volle Tische.

www.orderbird.de


Über Natalie Seifert:

Natalie Siefert ist Head of Marketing bei orderbird und gestaltet seit über sieben Jahren, wie das Unternehmen wahrgenommen wird und mit seinen Kunden in Dialog tritt – von Performance Marketing und Brand Building bis zur strategischen Marktentwicklung. Ihr Anspruch: Marketing soll nicht nur sichtbar machen, sondern Wirkung entfalten – besonders dort, wo Kreativität auf Daten trifft und aus Interessenten überzeugte Kunden werden.


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So wird aus einem einfachen Post ein Erlebnis, das Gäste neugierig macht – und schließlich zum Reservieren bewegt.Drei Prinzipien für mehr Reservierungen1. Authentizität: Echt statt perfektAuthentizität bedeutet, dass Gäste das echte Leben hinter dem Restaurant oder Café sehen. Das muss nicht perfekt sein – im Gegenteil: Ein Handyvideo aus der Küche oder ein Foto vom Team, das die neue Sommerkarte plant, wirkt oft echter und anziehender als hochglanzpolierte Werbung. Ein gutes Beispiel ist das Restaurant A Never Ending Love Story: Mit über 26.000 Followern und regelmäßig zwischen 70 und 400 Likes pro Beitrag auf Instagram zeigt das Frühstücks- und Brunch-Restaurant, wie eine konsistente, aber unaufdringliche Social-Media-Präsenz auch ohne aufwendige Inszenierung funktionieren kann. Besonders erfolgreich sind dabei authentische Inhalte wie Behind-the-Scenes-Einblicke in Küche und Service, persönliche Geschichten von Inhabern oder Mitarbeitenden, kleine Kochvideos zu saisonalen Specials sowie Story-Formate mit Tagesempfehlungen oder limitierten Angeboten. Auch Einblicke in das Ambiente – etwa besondere Design-Elemente, die Bar oder die Terrasse – tragen dazu bei, Gästen ein authentisches Gefühl für das Konzept des Restaurants zu vermitteln.2. Strategische Einfachheit: Konsistenz statt PerfektionEinfachheit heißt nicht, stundenlang an Content zu arbeiten. Schon zwei bis drei Posts pro Woche – etwa ein Gericht des Tages, ein Einblick in den Alltag oder eine Gästestimme – reichen aus, um präsent zu bleiben. Wichtiger als die Menge ist die Konsistenz: Gäste sollen wissen, dass sie regelmäßig neue Inhalte finden.Praktische Tipps für den Alltag:- Mitarbeiter einbinden: Social-media-affine Teammitglieder (zum Beispiel aus dem Service oder der Küche) können helfen, Inhalte zu erstellen – etwa Fotos von Gerichten oder kurze Videos aus dem Alltag- KI-Tools nutzen: Tools können beim Formulieren von Captions, beim Erstellen von Hashtags oder bei der Analyse helfen, welche Beiträge besonders gut ankommen- Verantwortung klar regeln: Die Verantwortung sollte bei möglichst einer Person liegen, um eine konsistente Bildsprache und einen einheitlichen Ton zu gewährleisten- Datenschutz beachten: Gäste nicht ohne Einwilligung filmen oder fotografieren3. Direkte Handlungsaufforderungen: Vom Like zur ReservierungDirekte Handlungsaufforderungen sind der Schlüssel, um aus Interessenten Gäste zu machen. Jeder Post sollte eine klare Einladung enthalten: „Jetzt reservieren“, „Heute probieren!“ oder „Nur noch fünf Plätze verfügbar!“. Gastronomen sollten dabei Tools nutzen, die zur Verfügung stehen – etwa Reservierungslinks in der Bio oder „Jetzt buchen“-Sticker in Instagram-Stories.Zusätzlich wichtig:- Dringlichkeit schaffen: Natürlich ist es nicht sinnvoll Druck und Panik andauern auszuüben wie in offensiven Werbekampagnen, aber limitierte Angebote oder Specials mit klaren Zeitfenstern („Nur diese Woche“, „Nur 10 Plätze“) zeigen Beliebtheit und motivieren Gäste, schneller zu handeln- Gästen Reservierungen so leicht wie möglich machen: Ein direkter Reservierungslink in der Bio, ein „Jetzt reservieren“-Button in den Stories oder ein integriertes Buchungstool, bei dem Online-Reservierungen direkt im System landen, reduziert die Hürden für eine BuchungErfolgreiche Beispiele: So machen es andereA never ever ending love story in Berlin zeigt, wie emotionale Storytelling-Elemente – etwa die Geschichte hinter den Gerichten oder die Verbindung der Inhaber zum Ort – eine treue Community aufbauen. Die 3 Schwestern im historischen Bethanien-Gebäude in Kreuzberg nutzen die Einzigartigkeit ihres Standorts (eines der ältesten Gebäude Kreuzbergs aus dem Jahr 1846) als zentrales Element ihrer Social-Media-Strategie. Durch Einblicke in die Geschichte des Gebäudes und die Verbindung zur lokalen Kultur schaffen sie eine besondere Atmosphäre, die Gäste neugierig macht. Das Gotcha Matcha in Hamburg setzt auf Kooperationen mit Influencer – etwa den Launch eines limitierten Matchas mit der Influencerin kikidoyouloveme, ergänzt durch ein kleines Goodie zu jedem Getränk. So entstehen nicht nur virale Momente, sondern auch ein direkter Anreiz für Gäste, den Betrieb zu besuchen.Aktuelle Herausforderungen: Warum eine breite digitale Präsenz wichtig istSeit Ende April 2026 zeigt Google Maps an, wie viele Bewertungen aufgrund von Beschwerden gelöscht wurden – ohne zu unterscheiden, aus welchen Gründen. So kann schnell ein falscher Eindruck entstehen. Wer sich ausschließlich auf Google-Bewertungen verlässt, macht sich zunehmend abhängig von einer einzelnen Plattform. Umso wichtiger wird es, Bewertungen und Community-Feedback auf mehreren Kanälen zu streuen – etwa auf Instagram, Facebook oder der eigenen Website.Gäste als Multiplikatoren gewinnenGäste selbst können zu wertvollen Multiplikatoren werden, indem sie ihre Erfahrungen teilen. Das funktioniert besonders gut, wenn Essen, Drinks oder Ambiente visuell ansprechend sind. Ein kleiner Anreiz kann helfen – etwa ein kostenloses Dessert für Gäste, die das Restaurant markieren, oder ein exklusives Getränk für Gäste, die ihre Erfahrungen online teilen.Unterstützende TechnologieSocial Media soll keine zusätzliche Belastung sein, sondern helfen, effizienter zu arbeiten. Mit modernen Kassensystemen können Gäste direkt über Instagram oder Facebook reservieren – und die Buchung landet automatisch in Ihrem System. Zeit wird so gespart und Doppelarbeit vermieden. Gleichzeitig können Gastronom*innen sehen, welche Gerichte am meisten geteilt werden und ihre Strategie entsprechend anpassen.Fazit: Einfach anfangen – und dranbleibenBetreibende müssen keine Social-Media-Expertem sein, um volle Tische zu bekommen. Es reicht, regelmäßig zu posten, authentisch zu bleiben und Gästen klare Handlungsaufforderungen zu geben. Was macht das Restaurant oder Café einzigartig? Direkte Handlungsaufforderungen zeigen Beliebtheit, Exklusivität und schaffen Dringlichkeit. Besonders hilfreich ist es, Gästen den Weg zur Reservierung so einfach wie möglich zu machen – etwa durch direkte Links oder integrierte Buchungstools.Das Ergebnis? Mehr Sichtbarkeit, mehr Reservierungen – und am Ende volle Tische.www.orderbird.deÜber Natalie Seifert:Natalie Siefert ist Head of Marketing bei orderbird und gestaltet seit über sieben Jahren, wie das Unternehmen wahrgenommen wird und mit seinen Kunden in Dialog tritt – von Performance Marketing und Brand Building bis zur strategischen Marktentwicklung. Ihr Anspruch: Marketing soll nicht nur sichtbar machen, sondern Wirkung entfalten – besonders dort, wo Kreativität auf Daten trifft und aus Interessenten überzeugte Kunden werden.

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