Gastrotel Weekly | 03.09.2026

Unternehmensschließungen steigen

DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Gastwelt, um die hohen Insolvenzzahlen wieder zu senken / Foto: DZG

Die Zahl der Unternehmensschließungen im Sektor Hospitality ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Rund 15.000 Unternehmen stellten ihre Geschäftstätigkeit in 2025 ein – 15 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, die nun veröffentlicht wurde. Damit verzeichnet das Gastgewerbe unter den untersuchten Wirtschaftsbereichen den stärksten Anstieg. Vor diesem Hintergrund fordert die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) von der Bundespolitik neue Entlastungsmaßnahmen und hat dazu kürzlich ein Elf-Punkte-Wachstumspapier vorgelegt.

„Ganze 15 Prozent mehr Unternehmensschließungen innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Warnsignal“, erklärt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Wir verlieren damit – vor allem im ländlichen Raum – wirtschaftliche Substanz, die sich nicht einfach wieder aufbauen lässt. Das trifft Arbeitsplätze, Innenstädte, Ortskerne und Tourismusregionen in allen Ecken Deutschlands.“Besonders auffällig ist, dass über alle untersuchten Wirtschaftsbereiche hinweg 13,4 Prozent der für 2025 erfassten Unternehmensschließungen auf „klassische“ Insolvenzfälle entfielen. Viel besorgniserregender: Die Untersuchung stellt auch fest, dass in den Jahren 2024 und 2025 vermehrt Betriebe mit mittlerer oder guter Bonität ihre Geschäftstätigkeit eingestellt haben. Als mögliche Gründe nennt die Analyse vor allem hohe Energie- und Personalkosten, Arbeits- und Fachkräftemangel sowie fehlende Nachfolgeperspektiven. Klinge: „Fakt ist also, dass nicht nur immer mehr Betriebe pleite gehen, sondern dass die Unternehmer dahinter immer öfter einfach ganz aufgeben. Hier muss die Politik jetzt gezielt gegensteuern, bevor weitere Gastwelt-Strukturen wegbrechen.“

Amtliche Gewerbedaten zeigen seit 2020 einen negativen Dauersaldo

Auch die amtliche Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt über einen längeren Zeitraum eine negative Entwicklung: Von 2020 bis einschließlich Juni 2026 wurden im Bereich Hospitality (Gastgewerbe) 206.301 Gewerbe neu gegründet und 223.336 vollständig aufgegeben. Unter dem Strich ergibt sich ein negativer Saldo von 17.035. Besonders betroffen ist die Gastronomie mit einem Minus von 16.675, das sind pro Jahr im Schnitt über 2.600 Betriebe, die netto vom Markt verschwinden.

Erste Erholungssignale noch keine Trendwende

Für das erste Halbjahr 2026 zeigt sich ein vorsichtig positives Bild: 19.273 Neugründungen standen 18.259 vollständigen Gewerbeaufgaben gegenüber. Damit ergibt sich ein positiver Saldo von 1.014. Ob daraus eine dauerhafte Trendwende entsteht, lässt sich nach sechs Monaten noch nicht beurteilen.

„Die ersten Gründungszahlen für 2026 machen auf jeden Fall Mut. Eine echte Trendwende haben wir aber erst, wenn neue Unternehmen dauerhaft am Markt bestehen und zugleich weniger bestehende Betriebe aufgegeben werden. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen für die Gastwelt – vom Bürokratieabbau über bezahlbare Energie bis zu besseren Bedingungen für Investitionen und Nachfolgen. Konkrete Vorschläge haben wir kürzlich in unserem Elf-Punkte-Programm vorgelegt und werden dafür nach dem Ende der Sommerpause intensiv an möglichst vielen Stellen im Parlament und in der Bundesregierung werben“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Das Elf-Punkte-Programm der DZG für mehr Wachstum finden Sie hier.

www.zukunft-gastwelt.de  


Beiträge, die Sie auch interessieren könnten

Gastrotel Weekly Unternehmensschließungen steigen Die Zahl der Unternehmensschließungen im Sektor Hospitality ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Rund 15.000 Unternehmen stellten ihre Geschäftstätigkeit in 2025 ein – 15 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, die nun veröffentlicht wurde. Damit verzeichnet das Gastgewerbe unter den untersuchten Wirtschaftsbereichen den stärksten Anstieg. Vor diesem Hintergrund fordert die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) von der Bundespolitik neue Entlastungsmaßnahmen und hat dazu kürzlich ein Elf-Punkte-Wachstumspapier vorgelegt.„Ganze 15 Prozent mehr Unternehmensschließungen innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Warnsignal“, erklärt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Wir verlieren damit – vor allem im ländlichen Raum – wirtschaftliche Substanz, die sich nicht einfach wieder aufbauen lässt. Das trifft Arbeitsplätze, Innenstädte, Ortskerne und Tourismusregionen in allen Ecken Deutschlands.“Besonders auffällig ist, dass über alle untersuchten Wirtschaftsbereiche hinweg 13,4 Prozent der für 2025 erfassten Unternehmensschließungen auf „klassische“ Insolvenzfälle entfielen. Viel besorgniserregender: Die Untersuchung stellt auch fest, dass in den Jahren 2024 und 2025 vermehrt Betriebe mit mittlerer oder guter Bonität ihre Geschäftstätigkeit eingestellt haben. Als mögliche Gründe nennt die Analyse vor allem hohe Energie- und Personalkosten, Arbeits- und Fachkräftemangel sowie fehlende Nachfolgeperspektiven. Klinge: „Fakt ist also, dass nicht nur immer mehr Betriebe pleite gehen, sondern dass die Unternehmer dahinter immer öfter einfach ganz aufgeben. Hier muss die Politik jetzt gezielt gegensteuern, bevor weitere Gastwelt-Strukturen wegbrechen.“ Amtliche Gewerbedaten zeigen seit 2020 einen negativen DauersaldoAuch die amtliche Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt über einen längeren Zeitraum eine negative Entwicklung: Von 2020 bis einschließlich Juni 2026 wurden im Bereich Hospitality (Gastgewerbe) 206.301 Gewerbe neu gegründet und 223.336 vollständig aufgegeben. Unter dem Strich ergibt sich ein negativer Saldo von 17.035. Besonders betroffen ist die Gastronomie mit einem Minus von 16.675, das sind pro Jahr im Schnitt über 2.600 Betriebe, die netto vom Markt verschwinden.Erste Erholungssignale noch keine TrendwendeFür das erste Halbjahr 2026 zeigt sich ein vorsichtig positives Bild: 19.273 Neugründungen standen 18.259 vollständigen Gewerbeaufgaben gegenüber. Damit ergibt sich ein positiver Saldo von 1.014. Ob daraus eine dauerhafte Trendwende entsteht, lässt sich nach sechs Monaten noch nicht beurteilen.„Die ersten Gründungszahlen für 2026 machen auf jeden Fall Mut. Eine echte Trendwende haben wir aber erst, wenn neue Unternehmen dauerhaft am Markt bestehen und zugleich weniger bestehende Betriebe aufgegeben werden. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen für die Gastwelt – vom Bürokratieabbau über bezahlbare Energie bis zu besseren Bedingungen für Investitionen und Nachfolgen. Konkrete Vorschläge haben wir kürzlich in unserem Elf-Punkte-Programm vorgelegt und werden dafür nach dem Ende der Sommerpause intensiv an möglichst vielen Stellen im Parlament und in der Bundesregierung werben“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.Das Elf-Punkte-Programm der DZG für mehr Wachstum finden Sie hier.www.zukunft-gastwelt.de  

Anmelden


Sie haben noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Passwort vergessen?

Kostenlose Registrierung


Sie haben bereits einen Zugang? Zum Login!

Passwort vergessen


Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.