Vom 22. bis 24. Februar war die Messe Bremen Treffpunkt für Branchenvertretende aus Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung und Lebensmitteleinzelhandel. Parallel zur fish international setzte die Gastro Ivent erneut auf ein Konzept, das in der Praxis zählt: kurze Wege, klare Themen und eine hohe Dichte an relevanten Kontakten.
Gemeinsam zogen die beiden Fachmessen in diesem Jahr 12.761 Branchenvertretende an. „Im Verbund mit der fish international entsteht eine Konstellation, die für viele Betriebe und Unternehmen besonders wertvoll ist – weil sich Themen und Zielgruppen sinnvoll ergänzen“, sagt Claudia Nötzelmann, Bereichsleiterin Fachmessen. Und Projektleiterin Marta Pasierbek ergänzt: „Für Ausstellende ist entscheidend, wen sie am Stand treffen. Die Rückmeldungen zeigen: Hier waren viele Entscheidende und Geschäftsführende unterwegs – und das macht die Fachmesse so effektiv.“
Immer offen sein für Neues
Gut 200 Ausstellende standen bereit, um das Fachpublikum unter anderem über aktuelle Food- und Getränketrends, neue (Küchen-)Technik und Digitalisierungslösungen zu informieren. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Vorträge und Talks, die konkrete Impulse für den Betriebsalltag lieferten. Besonders groß war der Andrang bei Jan-Eike Reith, Geschäftsführer der Leichtsinn media: In seinem Vortrag „Mit Social Media zu mehr Sichtbarkeit und Gästen“, gab er praxistaugliche Strategien für Reichweite, Content und Conversion.
Auch Gastronomieberater Björn Grimm zog viele Zuhörende ins Auditorium. Auf seine ungeschönte Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen folgte ein klarer Blick nach vorn: Grimm machte Mut, Betriebe aktiv und vorausschauend zu gestalten, Prozesse zu optimieren – und konsequent offen zu bleiben für Neues.
Bremen im Zentrum der Kaffeewelt
Ein weiterer Höhepunkt waren die vier offiziellen Meisterschaften der Specialty Coffee Association Germany (SCA), die im Rahmen der Gastro Ivent ausgetragen wurden: Latte Art, Barista sowie Coffee in Good Spirits und Cezve/Ibrik. Insgesamt traten über 40 Teilnehmende an. Als nationale Siegerinnen und Sieger setzten sich durch: Alyson Wong (Latte Art), Michael Rieker (Coffee in Good Spirits) und Felix Hohlmann (Barista). Ella Simon aus Hamburg gewann die Cezve/Ibrik-Meisterschaft und belegte zudem den zweiten Platz beim Barista-Wettbewerb. Für alle vier geht es nun zu internationalen Wettbewerben – unter anderem nach Brüssel, Panama City und Los Angeles.
„Es geht hier deutlich entspannter zu als bei manch anderen Messen – und wir hatten schon nach zwei Tagen ein Ergebnis wie sonst nach drei Messetagen. Wir sind in jeder Hinsicht zufrieden“, sagt Michael Schillinger, Verkaufsleiter bei Rational.
Rundum positiv äußerte sich auch Marco de Jong, Produktentwickler bei Zandbergen World’s Finest: „Ich habe es immerhin ins Regionalfernsehen geschafft“, sagt er grinsend und ergänzt: „Mit der Marke Beyond Meat, die wir exklusiv in Europa vertreiben, sind wir schon sehr gut im Markt verankert, aber wir konnten hier auch mit unseren Innovationen punkten. Das freut mich als Produktentwickler natürlich besonders.“
Wie herausfordernd es sein kann, neue Produkte im Markt zu etablieren, weiß auch der Bremer Florian Arreola, der Conchas – ein in Mexiko sehr verbreitetes, dekoratives Hefegebäck – in Deutschland bekannter machen will. Sein Unternehmen gehört zu den neun Bremer Start-ups, die sich auf der Gastro Ivent präsentiert haben und die von Food Land Bremen unterstützt werden. „Wir haben hier genau die richtigen Menschen zur richtigen Zeit gesprochen. Es war super! Für Start-ups ist die Gastro Ivent rundum zu empfehlen!“
Asim Arslan und Frank Altemeier, Gebietsleiter bei Melitta Professionell, hoben vor allem das Einzugsgebiet hervor: „Wir hatten hier Kunden aus Helmstedt, aus Minden und von den ostfriesischen Inseln. Die Leute sind 300 Kilometer und mehr gefahren. Das ist schon beachtlich“, sagt Altemeier. Arslan ergänzt: „Viele wollen sich den Stress der ganz großen Messen nicht antun – und auch wir schätzen die Atmosphäre hier in Bremen sehr: Es herrscht geschäftiges Treiben, aber niemand ist gestresst oder reizüberflutet.“
Dietrich Turner, Geschäftsführer der Mackenstedter Kornbrennerei, fand ebenfalls lobende Worte: „Der Messesonntag hat uns sehr positiv überrascht – und zwar nicht nur in Hinblick auf die schiere Menge der Besucher, sondern auch in puncto Gesprächsqualität. Die Messe ist für uns daher nicht ohne Grund seit Jahren ein gesetzter Termin.“
Die Statements spiegeln eine Beobachtung, die sich über alle Messetage hinweg bestätigte: Es waren überwiegend Entscheidende und Geschäftsführende unterwegs – und damit genau die Gesprächspartner, auf die Ausstellende setzen. „Damit ist und bleibt die Gastro Ivent der wichtigste Branchentreff im Nordwesten“, sagt Marta Pasierbek.
