Verbände Aktuell | 09.06.2021

Planungssicherheit

Haakon Herbst, Regionalpräsident des DEHOGA-NRW, fordert eine „Offenbleibeperspektive“ für das Gastgewerbe Haakon Herbst, Regionalpräsident des DEHOGA-NRW, fordert eine „Offenbleibeperspektive“ für das Gastgewerbe / Foto: DEHOGA NRW

Gastronomie und Hotellerie in Nordrhein-Westfalen sind wieder geöffnet. Zunehmend nicht nur außen, sondern auch in den Innenbereichen. Mit weiteren Öffnungsschritten braucht die Branche aber auch mehr Beschäftigte für Restaurants, Hotels, Kneipen, Cafés und Biergärten. Viele Beschäftigte haben corona-bedingt das Gastgewerbe verlassen, die fehlende Planungssicherheit erschwert häufig eine Rückkehr. Der DEHOGA Nordrhein-Westfalen (DEHOGA NRW) fordert nach den schrittweisen Öffnungen mehr denn je auch eine „Offenbleibeperspektive“ für die Branche.

Corona hat nicht nur in den Bilanzen von Gastronomie und Hotellerie verheerende Spuren hinterlassen, sondern auch im Bereich der Beschäftigung. Je mehr die Inzidenzen fallen und damit mehr Öffnungen in der Branche möglich werden, desto deutlicher tritt das Problem zu Tage, dass Mitarbeiter fehlen. „Wir haben, vor allen Dingen während der beiden Lockdowns, die uns immer mit voller Wucht getroffen haben, viele Beschäftigte verloren. Unsichere Perspektiven für die Branche und politische Entscheidungen haben viele dazu gebracht, Hotels und Restaurants den Rücken zuzukehren“, bedauert Haakon Herbst, Regionalpräsident des DEHOGA NRW. Eine aktuelle Umfrage des DEHOGA Bundesverband von Anfang Juni, an der sich aus NRW 639 Gastronomen und Hoteliers beteiligten, bestätigt, dass Beschäftigte corona-bedingt bei 56,5 Prozent der teilnehmenden Unternehmer gekündigt hatten – vorwiegend um in anderen Branchen (45,4 Prozent) zu arbeiten. Der großen wirtschaftlichen Not während der Pandemie geschuldet mussten sich zudem 27,1 Prozent der befragten Unternehmer selbst von Mitarbeitern trennen. Vergleicht man die Beschäftigtenzahlen Juni 2019 und Juni 2020 ist der Rückgang deutlich: Im Juni 2020 waren mehr als 55.000 weniger Menschen im Gastgewerbe beschäftigt als noch im Juni 2019 (zirka 415.000 zu 358.000). Der DEHOGA geht davon aus, dass nach der kurzzeitigen Erholung im Sommer letzten Jahres mit dem zweiten Lockdown Anfang November die Beschäftigtenzahlen wieder gefallen sind.

Aus Sicht des DEHOGA muss die Politik Rahmenbedingungen festsetzen, dass die jetzt erfolgenden Öffnungen dauerhaft sind. „Wir wissen, dass viele unserer Mitarbeiter zu uns ins Gastgewerbe zurückkehren möchten, weil sie genauso „Überzeugungstäter“ sind wie Gastronomen und Hoteliers selbst. Allerdings brauchen sie wie unsere Unternehmer die Sicherheit, ihrer Arbeit auch bei höheren Inzidenzen weiterhin nachgehen zu dürfen. Unsere Existenz darf nicht mehr nur von Inzidenzen abhängig sein. Die Politik muss sich besser vorbereiten, damit es nicht mehr zu Schließungen kommt“, fordert Herbst und verweist auf die funktionierenden Schutz- und Hygienekonzepte der Branche.

Wegen der – trotz Öffnungen – schwierigen wirtschaftlichen Situation insgesamt, benötigen Gastronomie und Hotellerie weiterhin wirksame staatliche Unterstützung in Form von direkten Finanzhilfen in der Phase des Restarts und langfristig wirtschaftsfördernde Rahmenbedingungen. Dazu gehören auch faire Steuern wie ein dauerhaft reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen und Getränke, weniger Bürokratie oder eine Offensive für Ausbildung.

Parallel dazu betont Herbst die eigenen Anstrengungen der Branche, dem Fach- und Arbeitskräftemangel die Stirn zu bieten: „Wir haben spannende, kreative und abwechslungsreiche Jobs zu bieten. Wir wissen aber auch, dass das Gesamtpaket für künftige Mitarbeiter stimmen muss, um im Wettbewerb um gute Hände und Köpfe bestehen zu können“

www.dehoga-nrw.de


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Verbände Aktuell Planungssicherheit Gastronomie und Hotellerie in Nordrhein-Westfalen sind wieder geöffnet. Zunehmend nicht nur außen, sondern auch in den Innenbereichen. Mit weiteren Öffnungsschritten braucht die Branche aber auch mehr Beschäftigte für Restaurants, Hotels, Kneipen, Cafés und Biergärten. Viele Beschäftigte haben corona-bedingt das Gastgewerbe verlassen, die fehlende Planungssicherheit erschwert häufig eine Rückkehr. Der DEHOGA Nordrhein-Westfalen (DEHOGA NRW) fordert nach den schrittweisen Öffnungen mehr denn je auch eine „Offenbleibeperspektive“ für die Branche.Corona hat nicht nur in den Bilanzen von Gastronomie und Hotellerie verheerende Spuren hinterlassen, sondern auch im Bereich der Beschäftigung. Je mehr die Inzidenzen fallen und damit mehr Öffnungen in der Branche möglich werden, desto deutlicher tritt das Problem zu Tage, dass Mitarbeiter fehlen. „Wir haben, vor allen Dingen während der beiden Lockdowns, die uns immer mit voller Wucht getroffen haben, viele Beschäftigte verloren. Unsichere Perspektiven für die Branche und politische Entscheidungen haben viele dazu gebracht, Hotels und Restaurants den Rücken zuzukehren“, bedauert Haakon Herbst, Regionalpräsident des DEHOGA NRW. Eine aktuelle Umfrage des DEHOGA Bundesverband von Anfang Juni, an der sich aus NRW 639 Gastronomen und Hoteliers beteiligten, bestätigt, dass Beschäftigte corona-bedingt bei 56,5 Prozent der teilnehmenden Unternehmer gekündigt hatten – vorwiegend um in anderen Branchen (45,4 Prozent) zu arbeiten. Der großen wirtschaftlichen Not während der Pandemie geschuldet mussten sich zudem 27,1 Prozent der befragten Unternehmer selbst von Mitarbeitern trennen. Vergleicht man die Beschäftigtenzahlen Juni 2019 und Juni 2020 ist der Rückgang deutlich: Im Juni 2020 waren mehr als 55.000 weniger Menschen im Gastgewerbe beschäftigt als noch im Juni 2019 (zirka 415.000 zu 358.000). Der DEHOGA geht davon aus, dass nach der kurzzeitigen Erholung im Sommer letzten Jahres mit dem zweiten Lockdown Anfang November die Beschäftigtenzahlen wieder gefallen sind.Aus Sicht des DEHOGA muss die Politik Rahmenbedingungen festsetzen, dass die jetzt erfolgenden Öffnungen dauerhaft sind. „Wir wissen, dass viele unserer Mitarbeiter zu uns ins Gastgewerbe zurückkehren möchten, weil sie genauso „Überzeugungstäter“ sind wie Gastronomen und Hoteliers selbst. Allerdings brauchen sie wie unsere Unternehmer die Sicherheit, ihrer Arbeit auch bei höheren Inzidenzen weiterhin nachgehen zu dürfen. Unsere Existenz darf nicht mehr nur von Inzidenzen abhängig sein. Die Politik muss sich besser vorbereiten, damit es nicht mehr zu Schließungen kommt“, fordert Herbst und verweist auf die funktionierenden Schutz- und Hygienekonzepte der Branche.Wegen der – trotz Öffnungen – schwierigen wirtschaftlichen Situation insgesamt, benötigen Gastronomie und Hotellerie weiterhin wirksame staatliche Unterstützung in Form von direkten Finanzhilfen in der Phase des Restarts und langfristig wirtschaftsfördernde Rahmenbedingungen. Dazu gehören auch faire Steuern wie ein dauerhaft reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen und Getränke, weniger Bürokratie oder eine Offensive für Ausbildung.Parallel dazu betont Herbst die eigenen Anstrengungen der Branche, dem Fach- und Arbeitskräftemangel die Stirn zu bieten: „Wir haben spannende, kreative und abwechslungsreiche Jobs zu bieten. Wir wissen aber auch, dass das Gesamtpaket für künftige Mitarbeiter stimmen muss, um im Wettbewerb um gute Hände und Köpfe bestehen zu können“www.dehoga-nrw.de

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