Branchennews | 09.07.2026

Münsterländer Kornbrenner unterschreiben offenen Brief

Gemeinsam gegen die geplante Alkoholsteuer: Münsterländer Kornbrenner richten einen offenen Brief an die Politik / Foto: Brennerei Geuker-Wiedemann

Münsterländer Kornbrennereien schließen sich in der „Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien“ zusammen und richten einen offenen Brief an die Abgeordneten aus dem Münsterland in Bund und Land. Ihr Appell: Die geplante Erhöhung der Alkoholsteuer um 20 Prozent darf nicht im technischen Kleingedruckten entschieden werden.

Sie betrifft Familienbetriebe, Arbeitsplätze, landwirtschaftliche Lieferketten, Gastronomie, Tourismus und ein Stück westfälischer Identität.

Bei der Spirituosenmanufaktur Geuker-Wiedemann aus Altenberge sind die selbst hergestellten Spirituosen ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts: „Wir betreiben unsere kleine Manufaktur seit 1860 mit viel Herzblut. Dabei setzen wir auf Qualität statt Quantität. Eine erhöhte Alkoholsteuer würde unseren Betrieb enorm belasten“, so Inhaber Klemens Geuker-Wiedemann.

Offener Brief: Abgeordnete sollen lokale Folgen sehen

Der offene Brief wird an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus dem Münsterland verschickt. Die Allianz will den politischen Entscheidern damit zeigen, dass eine einseitige Belastung von Spirituosen nicht nur eine Branche trifft, sondern ganze regionale Wertschöpfungsketten: vom Getreide über Glas, Verpackung und Logistik bis hin zu Handel, Gastronomie und Tourismus. Im Brief heißt es, die mittelständischen und familiengeführten Unternehmen seien seit Generationen in ihren Regionen verwurzelt, produzierten in Deutschland, sicherten Arbeitsplätze und schafften Wertschöpfung vor Ort. Eine zusätzliche Belastung könne viele Betriebe nicht ohne Weiteres über andere Märkte, Marken oder Getränkekategorien ausgleichen.

Warum die Allianz jetzt entsteht

Nach dem aktuellen Arbeitsstand der Allianz umfasst die betroffene Struktur im Münsterland 21 Unternehmen mit insgesamt rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es handelt sich überwiegend um kleine und mittlere Betriebe – familiengeführt, handwerklich geprägt und eng mit Landwirtschaft, Gastronomie, Tourismus, Handel und regionaler Wertschöpfung verbunden. Die Allianz will diese lokale Betroffenheit sichtbar machen.

Konstruktiv statt Blockade

Die Allianz fordert keine Sonderbehandlung, sondern eine Steuerpolitik mit Augenmaß. Langfristig braucht Deutschland ein gleichmäßiges Alkoholsteuersystem nach dem Liter reinen Alkohol – und eine faire Gleichstellung von Korn im Alkoholsteuergesetz. Nach den bisherigen Plänen wird die Biersteuer nicht angehoben, und auch Wein soll von der Alkoholsteuer verschont bleiben.

Hier lesen Sie den offenen Brief. 

www.geuker-wiedemann.de


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