Branchennews | 27.05.2026

Mehr als guter Geschmack

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland blicken anlässlich ihres 35-jährigen Bestehens auf die größten Meilensteine zurück / Foto: JRE

Es gibt Netzwerke, die funktionieren. Und es gibt Gemeinschaften, die Menschen prägen. Bei den Jeunes Restaurateurs Deutschland (JRE Deutschland) ist über die vergangenen 35 Jahre genau das entstanden: eine Familie aus Spitzenköchen, die nicht nur dieselbe Leidenschaft für exzellente Kulinarik und gutes Essen teilen, sondern auch dieselben Werte.

Austausch statt Konkurrenz, Gastfreundschaft statt Eitelkeit und die Überzeugung, dass Spitzenküche Verantwortung trägt – für Produkte, Produzenten, Nachwuchs und Gesellschaft. Was einst als Zusammenschluss junger Spitzenköche begann, ist heute eine starke Gemeinschaft mit Strahlkraft weit über die eigene Branche hinaus.

Den Grundstein für die starke Gemeinschaft legten 1991 einige junge Spitzenköche, als sich die deutsche Sektion der Jeunes Restaurateurs d’Europe unter dem damaligen Gründungspräsidenten Rainer Wolter formierte. Mit dabei waren unter anderem Kochlegenden wie Otto Fehrenbacher, Hans-Stefan Steinheuer, Harald Rüssel, Michael Fell, Karl-Josef Fuchs, Wolfgang Grobauer, Hartmut Leimeister oder Roy Petermann. Früh entstand dabei eine Struktur, die bis heute prägend für die Vereinigung ist: regionale Verbundenheit, persönlicher Austausch und der Anspruch, Wissen offen miteinander zu teilen.

Schon in den ersten Jahren entwickelte sich die Vereinigung stetig weiter. Unter Präsidenten wie Otto Fehrenbacher, Hans-Stefan Steinheuer, Alexander Herrmann oder Harald Rüssel wurde aus der ursprünglichen Initiative junger Spitzenköche Schritt für Schritt eine professionelle Gemeinschaft mit eigener Identität. Regionalsprecher stärkten den Austausch innerhalb Deutschlands, regelmäßige Treffen förderten den Zusammenhalt und immer stärker entstand das Gefühl, Teil einer kulinarischen Familie zu sein.

Wissen teilen, Talente fördern

Besonders ab den 2010er Jahren rückten Wissenstransfer und Nachwuchsförderung stärker in den Mittelpunkt. Ein Beispiel: Mit dem Genusslabor entstand 2014 ein Format für den direkten Austausch innerhalb des Netzwerks. Mehrere Spitzenköche aus der Vereinigung kamen zusammen, um gemeinsam zu kochen, Produkte auszuprobieren und neue Gerichte zu entwickeln. Einzige Voraussetzung: Was aus dem vorgegebenen Warenkorb gekocht werden sollte, durfte noch nie auf einer Speisekarte gestanden haben. Das Ergebnis wurde im Kreis der Kollegen freundschaftlich gewürdigt. Im Fokus standen gegenseitige Inspiration, ehrliches Feedback und die Freude daran, voneinander zu lernen.

Mit dem späteren Genusslabor 2.0 entwickelte sich das Format zu einem bewusst experimentellen Ansatz weiter, der den Teamgedanken und das handwerkliche Arbeiten bis heute stärker in den Mittelpunkt rückt. Unter ungewöhnlichen Bedingungen – etwa beim Kochen über offenem Feuer und bewusst reduziert auf das Wesentliche – verlassen die Köche ihre gewohnte Komfortzone, entwickeln gemeinsam mit internationalen Mitgliedern, Partnern und Content Creators neue Ideen und besinnen sich auf den Ursprung ihres Handwerks. Im Mittelpunkt stehen kreativer Austausch, Improvisation und die gemeinsame Leidenschaft für Produktqualität und Geschmack.

Auch die Nachwuchsförderung entwickelte sich schnell zu einem zentralen Bestandteil der JRE Familie. Mit der Eliteklasse im gastronomischen Bildungszentrum Koblenz schuf die Vereinigung schon früh ein eigenes Zusatzprogramm für besonders talentierte Auszubildende der Mitgliedsbetriebe. 2016 wurde dieses Konzept mit der JRE Genuss-Akademie bei der DEHOGA in Bad Überkingen weiterentwickelt. Seitdem ergänzen Spitzenköche der JRE die klassische Ausbildung durch eigene Unterrichtseinheiten und praxisnahe Module – ganz nach dem Leitgedanken: „Von den Besten lernen“.

Eine Familie öffnet sich nach außen

Mit der Zeit öffneten sich die Jeunes Restaurateurs zunehmend auch für Produzenten, Partner und Manufakturen, die dieselben Werte teilen. Mitte der 2010er Jahre entstand mit dem JRE-Genussnetz das erste Produzenten-Netzwerk innerhalb der deutschen Vereinigung. Die JRE-Deutschland gingen damit als erste nationale Sektion diesen Schritt und schufen ein Netzwerk, das Mitglieder gezielt mit nachhaltig arbeitenden Produzenten verbindet. Im Mittelpunkt standen höchste Produktqualität, Transparenz vom Ursprung bis auf den Teller sowie der Erhalt regionaler Spezialitäten und handwerklicher Produktionsweisen. Das Netzwerk wuchs in den folgenden Jahren immer weiter und wurde schließlich unter dem Namen JRE Origins international ausgebaut. Ziel war es, die Verbindung zwischen Spitzenküche und hochwertigen Manufakturen weiter zu stärken, Wissen auszutauschen und gemeinsam neue Genuss-Dimensionen zu schaffen.

2024 fusionierte JRE Origins schließlich mit freakstotable – einer Initiative, die Wissen über Lebensmittel, nachhaltige Wertschöpfung und bewussten Genuss stärker in die Gesellschaft tragen möchte. Gemeinsam entstand so ein Netzwerk, das Produzenten, Gastronomie und Gäste enger miteinander verbindet und Themen wie Regionalität, Bildung und nachhaltige Esskultur aktiv vorantreibt.

Zusammenhalt in der Krise, Stimme in der Politik

Die Jahre 2020 bis 2022 wurden für die Gastronomie zu einer tiefgreifenden Zäsur. Gerade in dieser Zeit zeigte sich die besondere Stärke des Netzwerks. Während viele Betriebe vor existenziellen Herausforderungen standen, unterstützten sich die Mitglieder intensiv gegenseitig, tauschten Sicherheits- und Restaurantkonzepte aus und erarbeiteten gemeinsam neue Ideen – von Fine-Dining-at-Home-Angeboten über Genussboxen bis hin zu digitalen Formaten. Der Wissenstransfer innerhalb der JRE wurde in dieser Phase für viele Betriebe zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor.

Gleichzeitig entwickelte sich die Vereinigung zunehmend auch zu einem Sprachrohr für die Branche. Insbesondere die Debatte um die Mehrwertsteuer auf Speisen machte deutlich, wie wichtig eine gemeinsame Stimme für die Gastronomie geworden ist. Gemeinsam mit anderen Akteuren der Branche setzten sich die JRE konsequent für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein und brachten ihre Perspektive verstärkt auch in politische Diskussionen ein.

Mit dem Kulinarik-Salon schufen die JRE gemeinsam mit der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) im Jahr 2024 schließlich ein Format, das Spitzengastronomie gezielt in den politischen Raum bringt. Im Deutschen Bundestag diskutieren Spitzenköche regelmäßig gemeinsam mit Abgeordneten, Ministerien und Branchenvertreter über Themen wie Ernährungsbildung, Regionalität, nachhaltige Rahmenbedingungen für die Gastronomie oder die Zukunft des Gastgewerbes. Der Kulinarik-Salon etablierte sich damit früh als Plattform für den Austausch zwischen Gastronomie, Politik und Gesellschaft.

Verantwortung über die eigene Küche hinaus

Gesellschaftliche Verantwortung zeigen die JRE auch mit der 2024 gegründeten JRE-Deutschland Foundation. Die Stiftung unterstützt Bildungs- und Ernährungsprojekte für Kinder und Jugendliche und schafft Formate, die Genuss, Wissen und Verantwortung miteinander verbinden.

Dazu gehören unter anderem JRE Chefs4Kids oder die regionalen JRE & Friends Charity-Veranstaltungen in Bonn, Stuttgart und demnächst in Baden-Baden. Über diese Veranstaltungen konnten seit Gründung der Stiftung bereits rund 85.000 Euro gesammelt werden, die unter anderem in Bildungsprogramme wie die GemüseAckerdemie des Acker oder schulische Initiativen wie HandWerk & HochGenuss an der Realschule Calvarienberg fließen.

Heute: Eine Gemeinschaft mit Haltung

35 Jahre nach der Gründung sind die JRE-Deutschland weit mehr als ein Netzwerk junger Spitzenköche. Sie sind eine Gemeinschaft, die ihre Werte gemeinsam weiterträgt: in den Restaurants, im Austausch miteinander und zunehmend auch als Stimme einer Branche, die sich im Wandel befindet.

„35 Jahre JRE-Deutschland zeigen, wie sich eine gemeinsame Idee über Jahrzehnte weiterentwickeln kann, wenn Menschen ihre Leidenschaft teilen und sich gegenseitig unterstützen. Genau dieser familiäre Austausch ist bis heute die Grundlage für alles, was wir tun – in unseren Küchen, innerhalb des Netzwerks und weit darüber hinaus“, sagt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.

www.jre.de


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Mit dabei waren unter anderem Kochlegenden wie Otto Fehrenbacher, Hans-Stefan Steinheuer, Harald Rüssel, Michael Fell, Karl-Josef Fuchs, Wolfgang Grobauer, Hartmut Leimeister oder Roy Petermann. Früh entstand dabei eine Struktur, die bis heute prägend für die Vereinigung ist: regionale Verbundenheit, persönlicher Austausch und der Anspruch, Wissen offen miteinander zu teilen.Schon in den ersten Jahren entwickelte sich die Vereinigung stetig weiter. Unter Präsidenten wie Otto Fehrenbacher, Hans-Stefan Steinheuer, Alexander Herrmann oder Harald Rüssel wurde aus der ursprünglichen Initiative junger Spitzenköche Schritt für Schritt eine professionelle Gemeinschaft mit eigener Identität. Regionalsprecher stärkten den Austausch innerhalb Deutschlands, regelmäßige Treffen förderten den Zusammenhalt und immer stärker entstand das Gefühl, Teil einer kulinarischen Familie zu sein.Wissen teilen, Talente fördernBesonders ab den 2010er Jahren rückten Wissenstransfer und Nachwuchsförderung stärker in den Mittelpunkt. Ein Beispiel: Mit dem Genusslabor entstand 2014 ein Format für den direkten Austausch innerhalb des Netzwerks. Mehrere Spitzenköche aus der Vereinigung kamen zusammen, um gemeinsam zu kochen, Produkte auszuprobieren und neue Gerichte zu entwickeln. Einzige Voraussetzung: Was aus dem vorgegebenen Warenkorb gekocht werden sollte, durfte noch nie auf einer Speisekarte gestanden haben. Das Ergebnis wurde im Kreis der Kollegen freundschaftlich gewürdigt. Im Fokus standen gegenseitige Inspiration, ehrliches Feedback und die Freude daran, voneinander zu lernen.Mit dem späteren Genusslabor 2.0 entwickelte sich das Format zu einem bewusst experimentellen Ansatz weiter, der den Teamgedanken und das handwerkliche Arbeiten bis heute stärker in den Mittelpunkt rückt. Unter ungewöhnlichen Bedingungen – etwa beim Kochen über offenem Feuer und bewusst reduziert auf das Wesentliche – verlassen die Köche ihre gewohnte Komfortzone, entwickeln gemeinsam mit internationalen Mitgliedern, Partnern und Content Creators neue Ideen und besinnen sich auf den Ursprung ihres Handwerks. Im Mittelpunkt stehen kreativer Austausch, Improvisation und die gemeinsame Leidenschaft für Produktqualität und Geschmack.Auch die Nachwuchsförderung entwickelte sich schnell zu einem zentralen Bestandteil der JRE Familie. Mit der Eliteklasse im gastronomischen Bildungszentrum Koblenz schuf die Vereinigung schon früh ein eigenes Zusatzprogramm für besonders talentierte Auszubildende der Mitgliedsbetriebe. 2016 wurde dieses Konzept mit der JRE Genuss-Akademie bei der DEHOGA in Bad Überkingen weiterentwickelt. Seitdem ergänzen Spitzenköche der JRE die klassische Ausbildung durch eigene Unterrichtseinheiten und praxisnahe Module – ganz nach dem Leitgedanken: „Von den Besten lernen“.Eine Familie öffnet sich nach außenMit der Zeit öffneten sich die Jeunes Restaurateurs zunehmend auch für Produzenten, Partner und Manufakturen, die dieselben Werte teilen. Mitte der 2010er Jahre entstand mit dem JRE-Genussnetz das erste Produzenten-Netzwerk innerhalb der deutschen Vereinigung. Die JRE-Deutschland gingen damit als erste nationale Sektion diesen Schritt und schufen ein Netzwerk, das Mitglieder gezielt mit nachhaltig arbeitenden Produzenten verbindet. Im Mittelpunkt standen höchste Produktqualität, Transparenz vom Ursprung bis auf den Teller sowie der Erhalt regionaler Spezialitäten und handwerklicher Produktionsweisen. Das Netzwerk wuchs in den folgenden Jahren immer weiter und wurde schließlich unter dem Namen JRE Origins international ausgebaut. Ziel war es, die Verbindung zwischen Spitzenküche und hochwertigen Manufakturen weiter zu stärken, Wissen auszutauschen und gemeinsam neue Genuss-Dimensionen zu schaffen.2024 fusionierte JRE Origins schließlich mit freakstotable – einer Initiative, die Wissen über Lebensmittel, nachhaltige Wertschöpfung und bewussten Genuss stärker in die Gesellschaft tragen möchte. Gemeinsam entstand so ein Netzwerk, das Produzenten, Gastronomie und Gäste enger miteinander verbindet und Themen wie Regionalität, Bildung und nachhaltige Esskultur aktiv vorantreibt.Zusammenhalt in der Krise, Stimme in der PolitikDie Jahre 2020 bis 2022 wurden für die Gastronomie zu einer tiefgreifenden Zäsur. Gerade in dieser Zeit zeigte sich die besondere Stärke des Netzwerks. Während viele Betriebe vor existenziellen Herausforderungen standen, unterstützten sich die Mitglieder intensiv gegenseitig, tauschten Sicherheits- und Restaurantkonzepte aus und erarbeiteten gemeinsam neue Ideen – von Fine-Dining-at-Home-Angeboten über Genussboxen bis hin zu digitalen Formaten. Der Wissenstransfer innerhalb der JRE wurde in dieser Phase für viele Betriebe zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor.Gleichzeitig entwickelte sich die Vereinigung zunehmend auch zu einem Sprachrohr für die Branche. Insbesondere die Debatte um die Mehrwertsteuer auf Speisen machte deutlich, wie wichtig eine gemeinsame Stimme für die Gastronomie geworden ist. Gemeinsam mit anderen Akteuren der Branche setzten sich die JRE konsequent für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein und brachten ihre Perspektive verstärkt auch in politische Diskussionen ein.Mit dem Kulinarik-Salon schufen die JRE gemeinsam mit der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) im Jahr 2024 schließlich ein Format, das Spitzengastronomie gezielt in den politischen Raum bringt. Im Deutschen Bundestag diskutieren Spitzenköche regelmäßig gemeinsam mit Abgeordneten, Ministerien und Branchenvertreter über Themen wie Ernährungsbildung, Regionalität, nachhaltige Rahmenbedingungen für die Gastronomie oder die Zukunft des Gastgewerbes. Der Kulinarik-Salon etablierte sich damit früh als Plattform für den Austausch zwischen Gastronomie, Politik und Gesellschaft.Verantwortung über die eigene Küche hinausGesellschaftliche Verantwortung zeigen die JRE auch mit der 2024 gegründeten JRE-Deutschland Foundation. Die Stiftung unterstützt Bildungs- und Ernährungsprojekte für Kinder und Jugendliche und schafft Formate, die Genuss, Wissen und Verantwortung miteinander verbinden.Dazu gehören unter anderem JRE Chefs4Kids oder die regionalen JRE & Friends Charity-Veranstaltungen in Bonn, Stuttgart und demnächst in Baden-Baden. Über diese Veranstaltungen konnten seit Gründung der Stiftung bereits rund 85.000 Euro gesammelt werden, die unter anderem in Bildungsprogramme wie die GemüseAckerdemie des Acker oder schulische Initiativen wie HandWerk & HochGenuss an der Realschule Calvarienberg fließen.Heute: Eine Gemeinschaft mit Haltung35 Jahre nach der Gründung sind die JRE-Deutschland weit mehr als ein Netzwerk junger Spitzenköche. Sie sind eine Gemeinschaft, die ihre Werte gemeinsam weiterträgt: in den Restaurants, im Austausch miteinander und zunehmend auch als Stimme einer Branche, die sich im Wandel befindet.„35 Jahre JRE-Deutschland zeigen, wie sich eine gemeinsame Idee über Jahrzehnte weiterentwickeln kann, wenn Menschen ihre Leidenschaft teilen und sich gegenseitig unterstützen. Genau dieser familiäre Austausch ist bis heute die Grundlage für alles, was wir tun – in unseren Küchen, innerhalb des Netzwerks und weit darüber hinaus“, sagt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.www.jre.de

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