Bei einem Festakt im Hattenheimer Weinhaus Zum Krug verlieh die Josef Laufer Stiftung den Genuss Kultur Preis Azubis an Marie Kehrstephan. In seiner Laudatio würdigte der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende HP Mayer ihren „klaren Blick auf die Liebe zu unserer Genusskultur“.
Der einmal jährlich vergebene Genuss Kultur Preis zeichnet zukunftsfähige Genusskonzepte von Auszubildenden der Gastronomie aus und ist mit Preisgeldern bis zu 1.000 Euro dotiert. Im Krug bekam die Siegerin die Möglichkeit erstmals ihre Idee „Das Unsichtbare Glück – Wo Genuss zur Entdeckung wird“ als Gastgeberin des Abends im voll besetzten Gasthaus auszuprobieren. Hausherr Josef Laufer, der den Preis auch als Erbe seines Vaters zur Erhaltung gepflegter Gastfreundschaft versteht, lobte Marie Kehrstephan mit emotionalen Worten: „Du hast uns nicht einfach ein Restaurantkonzept vorgestellt. Du hast uns eine Vision geschenkt. Eine Vision davon, wie Gastfreundschaft in Zukunft aussehen kann: aufmerksam, feinfühlig, individuell und zutiefst menschlich.“
Preis würdigt auch „The Fontenay“
Die im Hamburger Hotel „The Fontenay“ lernende 21jährige hatte den Gästen bei der Reservierung schon einige Informationen entlockt, die sie in personalisierte Dekoration mit Gerüchen und Farben nutzte. Das komplette Menü war diesen Grundideen verschrieben und begeisterte die Gäste. Obwohl sich die Restaurant- und Veranstaltungsfachfrau und alle Teilnehmer zum ersten Mal begegneten schaffte sie eine beeindruckende Bindung ab dem ersten Moment. „Mit welcher Hingabe du den Gast in den Mittelpunkt stellst, nicht als Kundin oder Kunde, sondern als Menschen mit Erinnerungen, Gefühlen, Vorlieben und Stimmungen. Du schreibst davon, dass wahres Glück oft in den kleinen Dingen liegt. In einem Duft. In einem Blick. Und genau darin liegt die große Kraft deines Konzepts“, unterstrich Mayer diese besondere Herangehensweise. „Auch kulinarisch zeigt dein Konzept enorme Reife und Innovationskraft. Die Idee, bekannte Produkte immer wieder neu zu entdecken — wie deine „Paprika in fünf Texturen — verbindet Handwerk, Fantasie und Mut auf beeindruckende Weise.“
Ermutigende Nachwirkungen
In Ihrer Dankesrede betonte die Preisträgerin, dass der Preis und der Abend der Verleihung nach lange nachwirken wird. „Ich habe werde nun neben der Leidenschaft auch das Drumherum nie aus den Augen verlieren. Es tut gut, Menschen an seiner Seite zu wissen, die nicht nur fachlich inspirieren, sondern auch menschlich begleiten und ermutigen.“ Der lange anhaltende Applaus zum Ende des Festakts unterstrich diese Schlussworte.
Hintergrund:
Beim Genuss Kultur Preis bewerben sich Auszubildende aus ganz Deutschland und beantworten die Frage: „Stell dir vor, du hast ein eigenes Restaurant. Wie machst du deine Gäste glücklich?“. Auf Basis dieser niedrigen Einstiegshürde bewerben sich die Talente. „Wir erhalten erstaunliche Rezepte für eine zukunftsweisende Gastronomie“, freut sich Laufer über die Ergebnisse des erstmals 2023 ausgetragenen Wettbewerbs. Die besten zehn Bewerber stellen sich in einem Interview, aus dem dann die ersten drei von einer Jury aus Sterne-Köchen und anderen Gastronomie-Profis gekürt werden. Marie Kehrstephan setzte sich dabei vor Hannah Wohletz (Platz Hotel, München) und Pauline Ramm (Söl‘ring Hof, Sylt) durch. Die Zweit- und Drittplatzierte werden bei einer eigenen Veranstaltung ausgezeichnet und dürfen dann als Gastgeberin ihre Ideen für Genuss präsentieren.
