Branchennews | 29.04.2026

Im Dialog mit der Regierung

Im Austausch: DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge, DZG-Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm, Tourismuskoordinator Dr. Christoph Ploß MdB und DZG-Aufsichtsratschefin Homeira Amiri (von links) / Foto: DZG

Die Gastwelt steht unter Druck: steigende Kosten bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. Um Umsätze und Margen zu stabilisieren und Wachstum anzustoßen, hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) in den vergangenen Monaten in Berlin für zentrale Branchenanliegen geworben.

Die Gastwelt, die die Bereiche Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft zusammenfasst, sieht sich seit Monaten mit signifikanten Kostensteigerungen und gleichzeitiger Konsumzurückhaltung konfrontiert. Um Umsätze und Margen im zweitgrößten Wertschöpfungssektor Deutschlands zu stabilisieren und nachhaltige Wachstumsimpulse zu setzen, nutzten DZG-Vertreter die vergangenen Monate, um bei Spitzenpolitikern in Berlin für Kernanliegen der Branche zu werben. In Gesprächen mit dem Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Dr. Christoph Ploß MdB (CDU), und dem Vorsitzenden der AG Tourismus der SPD-Bundestagsfraktion, Stefan Zierke MdB, standen die Themen Arbeitszeitflexibilisierung, die Weiterentwicklung der Nationalen Tourismusstrategie und eine brancheweite KI-Offensive im Mittelpunkt.

„Im Gespräch mit dem Tourismuskoordinator war es für uns noch einmal wichtig, dass die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit – die ja fest im Koalitionsvertrag vereinbart ist – nun spätestens zum 1. Januar 2027 umgesetzt wird. Diese Maßnahme ist haushaltsneutral, hilft unseren 250.000 Gastwelt-Betrieben Nachfragespitzen effizienter besser zu bedienen und gibt unseren Beschäftigten ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel die Kinderbetreuung einfacher zu organisieren“, unterstreicht DZG-Aufsichtsratsvorsitzende Homeira Amiri.

Mit Blick auf die im Januar 2026 vorgestellte Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung lobte Amiri die schnelle Veröffentlichung und die Tatsache, dass die Strategie vom Bundeskabinett öffentlichkeitswirksam verabschiedet wurde. Dies sei ein starkes Signal. Gleichzeitig warb sie aber auch für eine gezielte Weiterentwicklung des Papiers: „Die Strategie beinhaltet wichtige kurzfristige Maßnahmen, braucht aber unbedingt auch eine längerfristige strategische Perspektive sowie ein übergeordnetes Gesamtziel, auf das alle hinarbeiten“. Aus diesem Grund arbeite die Denkfabrik aktuell bereits an einer Erweiterung, gewissermaßen einer Strategie 2.0, die im Spätsommer 2026 veröffentlicht werden soll, so die Hamburger Unternehmerin.

Österreichisches Vorbild

Auch die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) spielten in den DZG-Gesprächen ebenfalls eine zentrale Rolle. „KI ersetzt keine Gastfreundschaft – sie verstärkt sie. Wenn Routineaufgaben automatisiert werden, gewinnen Mitarbeitende Zeit für das, was wirklich zählt: den persönlichen Kontakt mit dem Gast. Das ist die Stärke moderner Hotels und Restaurants, die auf intelligente Technologie setzen”, betont Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm. Um schneller in neue Technologien investieren zu können, schlägt die DZG die Schaffung einer eigenständigen Gastwelt-Bank vor, die an die KfW angekoppelt werden soll. Österreich mache mit seiner Förderbank sehr gute Erfahrungen. „Wenn wir wollen, dass Digitalisierungs- und KI-Lösungen flächendeckend und schneller eingesetzt werden, müssen wir auch klären, woher die Mittel dafür kommen. Eine Gastwelt-Bank mit einem Förderfokus auf diese Themen könnte die digitale Transformation unserer Betriebe durch Förderzuschüsse und zinsgünstige Kredite substanziell beschleunigen“, betont Wolframm, die auch die neue Digitalisierungs-Taskforce der Denkfabrik leitet.

Der Neustart des Branchendialogs mit dem Bundeswirtschaftsministerium durch die Einrichtung eines „Tourismuspolitischen Forums“ wurde von der DZG in allen Gesprächen ausdrücklich begrüßt – zumal dieses neue Gremium stärker projekt- und themenbezogen arbeiten soll. „Wir wünschen uns bei dieser Gelegenheit, dass mehr Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gastwelt einbezogen werden und nicht nur Verbände dort vertreten sind. Etwas mehr Praxisnähe würde dem Forum auf jeden Fall gut zu Gesicht stehen“, erklärt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.

www.dzg.de


Beiträge, die Sie auch interessieren könnten

Branchennews Im Dialog mit der Regierung Die Gastwelt steht unter Druck: steigende Kosten bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. Um Umsätze und Margen zu stabilisieren und Wachstum anzustoßen, hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) in den vergangenen Monaten in Berlin für zentrale Branchenanliegen geworben.Die Gastwelt, die die Bereiche Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft zusammenfasst, sieht sich seit Monaten mit signifikanten Kostensteigerungen und gleichzeitiger Konsumzurückhaltung konfrontiert. Um Umsätze und Margen im zweitgrößten Wertschöpfungssektor Deutschlands zu stabilisieren und nachhaltige Wachstumsimpulse zu setzen, nutzten DZG-Vertreter die vergangenen Monate, um bei Spitzenpolitikern in Berlin für Kernanliegen der Branche zu werben. In Gesprächen mit dem Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Dr. Christoph Ploß MdB (CDU), und dem Vorsitzenden der AG Tourismus der SPD-Bundestagsfraktion, Stefan Zierke MdB, standen die Themen Arbeitszeitflexibilisierung, die Weiterentwicklung der Nationalen Tourismusstrategie und eine brancheweite KI-Offensive im Mittelpunkt.„Im Gespräch mit dem Tourismuskoordinator war es für uns noch einmal wichtig, dass die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit – die ja fest im Koalitionsvertrag vereinbart ist – nun spätestens zum 1. Januar 2027 umgesetzt wird. Diese Maßnahme ist haushaltsneutral, hilft unseren 250.000 Gastwelt-Betrieben Nachfragespitzen effizienter besser zu bedienen und gibt unseren Beschäftigten ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel die Kinderbetreuung einfacher zu organisieren“, unterstreicht DZG-Aufsichtsratsvorsitzende Homeira Amiri.Mit Blick auf die im Januar 2026 vorgestellte Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung lobte Amiri die schnelle Veröffentlichung und die Tatsache, dass die Strategie vom Bundeskabinett öffentlichkeitswirksam verabschiedet wurde. Dies sei ein starkes Signal. Gleichzeitig warb sie aber auch für eine gezielte Weiterentwicklung des Papiers: „Die Strategie beinhaltet wichtige kurzfristige Maßnahmen, braucht aber unbedingt auch eine längerfristige strategische Perspektive sowie ein übergeordnetes Gesamtziel, auf das alle hinarbeiten“. Aus diesem Grund arbeite die Denkfabrik aktuell bereits an einer Erweiterung, gewissermaßen einer Strategie 2.0, die im Spätsommer 2026 veröffentlicht werden soll, so die Hamburger Unternehmerin.Österreichisches VorbildAuch die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) spielten in den DZG-Gesprächen ebenfalls eine zentrale Rolle. „KI ersetzt keine Gastfreundschaft – sie verstärkt sie. Wenn Routineaufgaben automatisiert werden, gewinnen Mitarbeitende Zeit für das, was wirklich zählt: den persönlichen Kontakt mit dem Gast. Das ist die Stärke moderner Hotels und Restaurants, die auf intelligente Technologie setzen”, betont Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm. Um schneller in neue Technologien investieren zu können, schlägt die DZG die Schaffung einer eigenständigen Gastwelt-Bank vor, die an die KfW angekoppelt werden soll. Österreich mache mit seiner Förderbank sehr gute Erfahrungen. „Wenn wir wollen, dass Digitalisierungs- und KI-Lösungen flächendeckend und schneller eingesetzt werden, müssen wir auch klären, woher die Mittel dafür kommen. Eine Gastwelt-Bank mit einem Förderfokus auf diese Themen könnte die digitale Transformation unserer Betriebe durch Förderzuschüsse und zinsgünstige Kredite substanziell beschleunigen“, betont Wolframm, die auch die neue Digitalisierungs-Taskforce der Denkfabrik leitet.Der Neustart des Branchendialogs mit dem Bundeswirtschaftsministerium durch die Einrichtung eines „Tourismuspolitischen Forums“ wurde von der DZG in allen Gesprächen ausdrücklich begrüßt – zumal dieses neue Gremium stärker projekt- und themenbezogen arbeiten soll. „Wir wünschen uns bei dieser Gelegenheit, dass mehr Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gastwelt einbezogen werden und nicht nur Verbände dort vertreten sind. Etwas mehr Praxisnähe würde dem Forum auf jeden Fall gut zu Gesicht stehen“, erklärt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.www.dzg.de

Anmelden


Sie haben noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Passwort vergessen?

Kostenlose Registrierung


Sie haben bereits einen Zugang? Zum Login!

Passwort vergessen


Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Dies können Sie in Ihren Browsereinstellungen ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.