Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, spiegelt die gelebte Realität vieler Restaurantgäste in Deutschland wider. Das zeigt der diesjährige State of Hospitality Report im Auftrag von Lightspeed, einem der führenden Anbieter cloudbasierter Kassensysteme und Bezahlplattformen.
Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Adults-only-Gastronomie – und würde lieber ihren Vierbeiner mitnehmen als den Nachwuchs des Tischnachbarn zu tolerieren. Demnach befürworten 61 Prozent der Deutschen, dass manche Restaurants Adults-only-Konzepte anbieten sollten, während gleichzeitig 56 Prozent der Befragten Haustiere im Restaurant begrüßen würden. Die Botschaft ist eindeutig: Deutschland wünscht sich kuratierte Atmosphäre – gern ohne Kinderlärm, aber mit Fellnase am Tisch.
Mehrheit für Adults-only-Gastronomie, allerdings mit Einschränkungen
Die Zustimmung zum Adults-only-Dining ist in Deutschland mehrheitsfähig, aber nicht pauschal: Etwa 61 Prozent der Befragten finden, dass Restaurants solche Konzepte anbieten sollten. 38 Prozent lehnen dies hingegen ab. Besonders die Generation Z (18–28 Jahre) spricht sich mit fast 74 Prozent für kinderfreie Gastro-Konzepte aus – bei den Babyboomern sind es nur rund 45 Prozent.
Entscheidend für Adults-only-Konzepte in der Gastronomie ist jedoch vor allem der Kontext. Die Befragten befürworten Restaurantbesuche ausschließlich für Erwachsene insbesondere dann, wenn diese klar angekündigt beziehungsweise im Vorfeld transparent kommuniziert werden oder wenn Alkohol eine zentrale Rolle spielt. So halten fast 42 Prozent Adults-only-Angebote ab einer bestimmten Uhrzeit, etwa ab 20 oder 21 Uhr, für angebracht. Rund 37 Prozent sehen sie in romantischen Restaurants oder Lokalen mit entsprechender Positionierung als passend an. Auch bei Wine-Pairing-Dinners sowie bei Restaurants mit einem primär alkoholischen Fokus stoßen Erwachsenenbereiche auf Zustimmung: Hier sprechen sich jeweils rund 28 beziehungsweise 27 Prozent dafür aus. Ebenfalls etwa 28 Prozent empfinden Adults-only-Konzepte als angemessen, wenn diese eindeutig als solche gekennzeichnet sind.
Geografisch zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede: Hamburg liegt mit rund 76 Prozent Zustimmung ganz vorne, gefolgt von Berlin und Bremen mit je rund 70 Prozent. Am wenigsten verbreitet ist der Wunsch nach Adults-only-Dining in Brandenburg mit rund 57 Prozent – immer noch eine Mehrheit, aber mit deutlichem Abstand zum Hamburger Spitzenwert.
Positionierung schlägt Verbotspolitik
Adults-only funktioniert weniger als starre Grundhaltung, sondern vielmehr als format- oder zeitgebundenes Angebot, das sich an eine bestimmte Zielgruppe richtet.
„Gastronominnen und Gastronomen müssen heute aktiver denn je entscheiden, welche Atmosphäre sie schaffen wollen – und das auch selbstbewusst kommunizieren. Adults-only ist kein Ausschluss, sondern eine klare Einladung an die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit. Wer das strategisch einsetzt, stärkt seine Positionierung und schafft Erlebnisse, die Gäste wirklich wiederkommen lassen“, sagt Sinahn Fabian Sehk, Regional Senior Director DACH Hospitality von Lightspeed.
Bello darf mit – Tierliebe am Tisch
Parallel dazu offenbart die Umfrage einen charmanten Widerspruch: Während Kleinkind-Beschallung beim Dinner eher als störend empfunden wird, ist der Vierbeiner herzlich willkommen. 56 Prozent der Deutschen sprechen sich für Haustiere im Restaurant aus – mehrheitlich im Außenbereich, aber immerhin 28 Prozent würden ihren Hund auch gerne mit nach drinnen nehmen.
Die Tierfreundlichkeit zieht sich dabei durch alle Generationen: Auch hier führt die Generation Z mit 60 Prozent Zustimmung, während selbst bei den Babyboomern noch rund 51 Prozent Haustiere im Restaurant befürworten.
Sachsen scheint hier besonders tierlieb zu sein: Fast 67 Prozent und damit deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt stimmen der Frage zu, ob Haustiere im Restaurant willkommen sind. Brandenburg bildet hier das Schlusslicht. Nur knapp 38 Prozent sind für Haustiere am Tisch.
Für die Gastronomie entsteht daraus eine spannende strategische Aufgabe: Atmosphäre kuratieren, ohne Zielgruppen zu vergraulen. Welche Gäste sollen sich wann, wo und wie wohlfühlen? Die Antwort darauf ist zunehmend ein Wettbewerbsfaktor.
