Jan Pettke ist Koch des Jahres 2017


Traditioneller Mützenwurf der Finalisten nach Ende des Wettbewerbs
 
Der neue Koch des Jahres Jan Pettke (links) mit seinem Assistenten Maximilian Kraemer / Fotos: Melanie Bauer Photodesign

 

Acht Finalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kämpften vor den Augen der Fachbesucher der Anuga in Köln um den prestigeträchtigen Titel Koch des Jahres. Küchenchef Jan Pettke aus der Scheck-In-Kochfabrik in Achern konnte den Sieg letztendlich für sich verbuchen. Zweiter wurde der Österreicher Christopher Sakoschek aus Kirchdorf in Tirol, der dritte Platz geht an Jürgen Kettner, Junior Sous Chef im Restaurant Schöngrün in Bern. Es ist einmalig, dass jedes der drei DACH-Länder auf dem Treppchen vertreten ist.

 

„Da das Niveau der Kandidaten so hoch ist, fällt uns Juroren schwer, auf gleicher Linie bewerten zu können“, so der Präsident des Wettbewerbs Dieter Müller (MS Europa) im Vorfeld. Und so mussten sich die Finalisten erstmals drei verschiedenen Challenges stellen, dabei stand das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Als Vorspeise mussten die Finalisten die Zutaten Estragon, Karotte und Papadams verarbeiten. Nose to tail hieß es in der Hauptspeise, dabei sollten mindestens drei Teile vom Tier verwendet werden und last but not least musste jedes Dessert eine gebackene Komponente enthalten. Die Kandidaten hatten dafür fünf Stunden Zeit und durften einen Warenwert von 16 Euro nicht überschreiten.

 

„Eindeutig verdient gewonnen. Pettke hat mit seinem eigenen Stil und einer guten Balance absolut überzeugt“, so Juror Wolfgang Fassbender. Mit seinem Menü, bestehend aus der Vorspeise aus leicht geräuchertem Bömlo–Lachs, viermal Karotte, gebeiztem Eigelb, Papadam und Estragon; einem Hauptgang aus Onglet, Zunge & Short Rib vom Black Angus, Schalotten-Essigjus, Rossler, Haselnuss und Perlzwiebel sowie einem aus Valrhona Ivoire 35%, Kürbis, Steirischem Kernöl, Pekannuss und Koriandereis bestehendem Dessert, kürte die Jury den Küchenchef einstimmig zum Sieger. Seinen Küchenstil beschreibt Pettke selbst als „kreativ, klassisch und weltoffen“. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich gewonnen habe, das werde ich wohl erst in den nächsten Tagen realisieren“, so Pettke.

 

Insgesamt wurden Preisgelder im Wert von 14.500 Euro vergeben und so gingen auch der Zweitplatzierte, der selbstständige Privatkoch Christopher Sakoschek aus Kirchdorf in Tirol, und der Drittplatzierte gebürtige Österreicher Jürgen Kettner, der als Junior Sous Chef in der Schweiz arbeitet, nicht leer aus.

 

Sponsoren belohnen die Kochkünste mit Preisen

Bereits bei den Vorfinalen konnten die Gewinner den „goldenen Schlüssel zum Finale“, ein vergoldetes Messer der Firma Friedr. Dick, mit nach Hause nehmen. Der Gewinner kann sich nun unter anderem über eine Mikrowelle von Saro Gastro Products und einen Beefer Pro One des neuen Sponsoren Beefer freuen. Darüber hinaus wurden wieder sechs Sonderpreise für besondere Leistungen vergeben, wobei Jan Pettke hier ebenfalls glänzte: Für die beste Dessertkreation schenkt Better Desserts (Langnese / Service-Bund) dem Küchenchef zwei Tickets für das Musical Aladdin in Hamburg sowie eine Übernachtung und ein Dinner im Luxushotel The Fontenay. Als Gewinner der Friesenkrone SJØ-Challenge freut sich Silio Del Fabro (GästeHaus Klaus Erfort, Saarbrücken) über einen Restaurantgutschein im Wert von 500 Euro. Der Zweitplatzierte aus der Schweiz Jürgen Kettner bewies sich mit der geringsten Abfallproduktion als nachhaltigster Koch im Wettbewerb und wurde dafür von der United Against Waste Initiative ausgezeichnet. Jobeline vergab, wie schon beim Finale des Patissier des Jahres am Tag zuvor, den Preis für besondere technische Raffinesse und damit eine Herrenkochjacke J1 Evolution. Hier konnte sich ebenso Del Fabro freuen. „Spirit of the competition“ hieß es beim Ehrenpreis von Electrolux. Der Küchenchef von der Insel Reichenau, Peter Bogdanovic (Ganter Hotel & Restaurant Mohren), darf auf eine Überraschung samt Übernachtung und der Besichtigung des Werkes in Sursee gespannt sein. Zu guter Letzt erhielt Bogdanovic auch den Preis von Ron Zacapa für das beste Rumpairing, eine Geschenkbox inklusive einer Smoking Gun kann er jetzt sein Eigen nennen.

 

Rahmenprogramm begeisterte Branchenvertreter

Zurück in die Zukunft hieß das Motto bei den diesjährigen iChefs. Die Küchenchefs der Koch des Jahres-Familie Enrico Back (Landhaus St. Urban, Naurath/Wald), Matthias Pietsch (Redüttchen Weinbar und Restaurant/die Redoute Bonn) und Simon Stirnal (Hotel Kronenschlösschen, Eltville am Rhein) haben sich zur Aufgabe gemacht, die klassische Kochweise wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Sei es das Fermentieren, Pökeln oder im Ofen Garen – klassische Zubereitung von Fleisch und Fisch steht nach wie vor im Trend. Begleitet wurden die iChefs von den Premiumweinen von Ômina Romana. Wie auch tags zuvor gab der Koch des Jahres Gewinner 2013, Christian Sturm-Willms (Yunico, Bonn) einen Workshop zum Thema Asian Cross-Over, Tipps und Tricks rund um die asiatische Küche inklusive. Später kürte die TV Moderatorin Ruth Moschner den Dessertkönig in Kooperation mit Langnese sowie Servicebund und am Abend konnte sich der neue Koch des Jahres auf der Küchenparty feiern lassen.

 

Die Finalisten:

 

Peter Bogdanovic, Küchenchef, Ganter Hotel & Restaurant Mohren, Insel Reichenau (DE)

Silio Del Fabro, Sous Chef, GästeHaus Klaus Erfort, Saarbrücken

Joël Ellenberger, Chef Patissier, Brenners Parkrestaurant, Baden-Baden

Jürgen Kettner, Junior Sous Chef, Restaurant Schöngrün, Bern (CH)

Jan Pettke, Küchenchef, Scheck-In Kochfabrik, Achern

Christopher Sakoschek, selbständiger Privatkoch, cs-cooking, Kirchdorf in Tirol (AT)

Daniele Tortomasi, Chef Poissonier, Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn

Tomasz Trabski, Executive Chef, Vino e Cultura, Görlitz; Executive Chef, 1687, Berlin

 

www.kochdesjahres.de